Kefir selbst herstellen

Im Herbst 2016 brachten mir meine Eltern einen Kefirpilz mit, den sie selbst von einer Verwandten geschenkt bekommen hatten. Ich musste mich erst einmal etwas belesen, wie ich damit Kefir mache und vor allem, wie ich den Pilz pflegen muss, damit er mir nicht gleich wieder eingeht.

Schnell fand ich heraus, dass man den Pilz auf keinen Fall mit Metall in Berührung kommen lassen darf. Aber steckte nicht gerade ein Metalllöffel im Kefir zum Umrühren? Mist…hoffentlich hab ich den Pilz jetzt nicht sofort getötet. Aber ich hatte Glück, er überlebte. Später las ich dann, ein kurzzeitiger Kontakt wäre wohl nicht so schlimm.

Mittlerweile mache ich seit vielen Monaten regelmäßig meinen eigenen Kefir. Der Pilz hat sich in dieser Zeit auch so unglaublich vermehrt, dass ich ihn in der Zwischenzeit schon quer durch Deutschland und kürzlich sogar nach Österreich verteilt habe.

Ich zeige euch jetzt mal, wie aus normaler Milch ein schön leckerer Kefir in 2-3 Tagen wird…

Im folgenden Bild seht ihr meine Küchenutensilien, die ich während des gesamten Prozesses der Kefirherstellung benötige. Wie eingangs schon erwähnt, sollte kein Metall verwendet werden, Kunststoff oder Glas sind die richtigen Materialien. Wichtig ist absolute Hygiene, damit der Kefirpilz nicht verunreinigt wird und abstirbt. Am besten ist es, alles mit Spülmittel abzuwaschen und mit heißem Wasser ordentlich nachzuspülen. Ihr benötigt ein Gefäß, in dem der Kefir reifen kann, das luftdicht verschlossen werden kann, aber bei dem die entstehenden Gase entweichen können. Dann braucht ihr ein Kunsstoffsieb zum Abseihen des fertigen Kefirs, einen Behälter, mit dem ihr den Kefir auffangen könnt, einen Rührlöffel und ein Gefäß zum Aufbewahren des fertigen Kefirs.

Wenn ihr alles beisammen habt, können wir ja starten.

Jetzt benötigt ihr Milch. Ich kaufe mir immer längerfrische Biomilch mit nicht reduziertem Fettgehalt. Man soll aufgrund der eventuellen Keimbelastung keine Rohmilch verwenden. Die Milch sollte zumindest einmal abgekocht sein, deshalb ist H-Milch sehr gut geeignet. Ich habe mich mit der längerfrischen Milch für einen Kompromiss zwischen beidem entschieden, mit dem ich bisher sehr gut fahre. Ein höherer Fettgehalt macht den Kefir sahniger, man kann aber genauso gut fettreduzierte Milch nehmen.

Dann kommen wir zum Kefirpilz. Für einen neuen Ansatz den vorhandenen Pilz mit kaltem oder lauwarmen Wasser abspülen. Für 1 Liter Milch benötigt ihr meiner Erfahrung nach mindestens etwa 20g Kefirpilz, gerne aber mehr. Dann wird der fertige Kefir dickflüssiger. Das müsst ihr aber einfach mal selbst ausprobieren.

Wenn ihr die Milch und den Kefirpilz in das Reifegefäß gegeben habt, lasst ihr den Ansatz bei Zimmertemperatur, aber etwas abgedunkelt stehen. Nach 24 Stunden könnt ihr das Ganze einmal ordentlich umrühren, damit der Kefir auch schön cremig wird. Nach insgesamt 2-3 Tagen ist der Kefir dann fertig. Das müsst ihr für euch individuell entscheiden, wann er euch am besten schmeckt. Ich bevorzuge 2 Tage, dann ist der Kefir noch relativ mild. Er sieht dann so aus wie auf dem Foto.

Nun kommen das Sieb und das Abseihgefäß zum Einsatz. Ihr müsst mit dem Löffel kräftig rühren, damit der Kefir abfließt. Deshalb bevorzuge ich ein Sieb wie auf dem Bild, da sind die Löcher größer als bei solch einem feinmaschigen Sieb, wie man es normalerweise kennt.

Nach dem Abseihen bleibt der Kefirpilz im Sieb, und ihr könnt ihn für den nächsten Ansatz vorbereiten. Ich spüle ihn aus hygienischen Gründen jedesmal ab, es wird aber auch die Meinung vertreten, nach jedem 2. oder 3. Ansatz würde es genügen. Falls ihr nicht sofort einen neuen Ansatz machen möchtet, könnt ihr den Kefirpilz auch in einem Wasser-Milch-Gemisch im Kühlschrank aufbewahren. Bei mir hat er eine Pause von 2-3 Wochen auf diese Weise locker überstanden. Man kann auch probieren, den Pilz einzufrieren, das ist aber nicht unbedingt von Erfolg gekrönt.

Den fertigen Kefir füllt ihr nun ins Aufbewahrungsgefäß. Ich nutze dafür eine Milchflasche aus Glas, die lässt sich gut reinigen und immer wieder verwenden. Der fertige Kefir muss im Kühlschrank aufbewahrt werden und sollte innerhalb von 2-3 Tagen aufgebraucht werden.

Es gibt viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten für den Kefir. Lasst einfach eure Kreativität fließen. Gerne könnt ihr mir auch Rezeptvorschläge hinterlassen. Ich mache mir meist einen leckeren Smoothie mit frischem Obst. Aber auch mit Müsli schmeckt er sehr gut. Im Sommer werde ich mir ein leckeres Salatdressing mit meinem ebenfalls selbst hergestellten Essig zaubern. Ein Beitrag zur Essigherstellung ist bereits in Planung.

Und nun: Guten Appetit!

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